Sonntag 20.09.20 // 15 Uhr im Schwanhofgarten „Woher wir kommen, wohin wir wollen“

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Am Sonntag, den 20.9.2020 findet unser nächster WeiterRaum+ im Schwanhofgarten statt. Um 15:00 Uhr treffen wir uns um uns auszutauschen und weiter Kennenzulernen. Diesmal gehen wir der Frage nach, welche Gemeindeprägung wir erlebt haben und wie unsere jeweilige geistliche Reise bisher aussah. 

Welche Ressourcen, welche Auseinandersetzungen beinhaltet der eigene Weg? Und wie können wir unsere Erfahrungen für unsere Gemeinschaft im Weiten Raum fruchtbar machen? Wir laden dich ein, kreativ und ehrlich dabei zu sein. 

Sonntag den 13.09.2020 // 11 Uhr FreiRaum im Garten von Kathy und Gerrit Pithan

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FreiRaum zum Thema „Du sollst Dir ein Bildnis machen!“ bei Kathy und Gerrit Pithan (Pasternakstr. 9) im Garten. Wenn vorhanden bringt gern Bleistifte, Pinsel und Farben mit – Malvorkenntnisse sind nicht nötig.

Wir betrachten und beobachten, wir zeichnen und malen und entdecken dabei neue Blickwinkel in der Natur und vielleicht auch bei uns.

Bitte meldet Euch kurz bei Kathy Pithan ob ihr dabei sein wollt!

Woher wir kommen, wohin wir wollen – Teil 1: Die Bibel, das fluide Buch am Sonntag den 06.09.2020 // 15 Uhr im Garten der Atelierwerkstatt am Schwanhof

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In den kommenden Veranstaltungen des Weiten Raum+ wollen wir uns über unsere jeweiligen religiösen Prägungen austauschen. Woher kommen wir? Was bringen wir im positiven Sinne mit, was schleppen wir als Belastung mit uns herum? Wie wurden wir gläubig? Wie haben wir unseren Glauben verloren? Oder wie hat sich unser Glaube verändert? Und was wünschen wir uns im Weiten Raum Marburg?
Im ersten Teil am kommenden Sonntag (den 06.09.2020//15:00 Uhr) wollen wir über die Bibel nachdenken, welches Verhältnis wir zu ihr haben, welche positiven und negativen Erfahrungen wir mit ihr verbinden. Wir wollen miteinander erleben, dass die Bibel kein literarischer Granitblock ist, der aus dem Himmel gefallen ist, sondern dass sie ein fluides Buch ist, gar nicht so leicht greifbar, und dass sie eine Entstehungsgeschichte hat, die für ihr Verständnis wichtig ist.

Ort: im Garten der Atelierwerkstatt am Schwanhof

Vision-Board gestalten – in der Werkstatt

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Wie bereits im Newsletter angekündigt wird morgen der Vision-Board Gestaltungsworkshop um 19 Uhr starten: ABER durch die schlechte Wetterprognose wird er nicht wie geplant im Garten von Kathy und Gerrit Pithan stattfinden, sondern in der Atelierwerkstatt am Schwanhof. Der Einladetext:

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte und viele Bilder erzählen Deine Ziele. Kathy Pithan bietet in diesem Workshop Tipps und zeigt in „Vision Boarding“ als Visualisierungstechnik.
Bitte bringt Zeitschriften (zum Zerschneiden), Schere und Klebstoff mit!

Weiter Denken am 05.07.2020 // 15-18 Uhr in der Wagonhalle

Es ist wieder soweit – die Menschen, die Weiter Raum ausmachen ALSO genau DU – kommen zu einem Weiter Denken zusammen. Nach Art eines World Café wollen wir uns verschiedenen Themen gemeinsam nähern, manches formale besprechen, aber auch einen Blick nach vorn werfen! Herzlich Willkommen in der Wagonhalle am kommenden Sonntag von 15-18 Uhr!

Rückblick Gartengottesdienst im Mai: Willkommensgemeinde sein, Willkommensgemeinde werden

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Ich war eine rebellische Jugendliche. Ich hatte ein Empfinden dafür, dass manches in meiner damaligen Gemeinde nicht zu dem Gott passte, den ich im Laufe meiner Kindheit und Jugendzeit kennengelernt hatte. Mein Gottesbild war in einigen Punkten ein ganz anderes. Ich erlebte ihn als ermutigend und einladend. Es war ein männlich-weibliches Gottesbild. Ein Gegenüber das zärtlich, humorvoll und großzügig auf meine Ängste und Denkschranken reagiert. Ich fühlte mich immer wieder herausgelockt aus meinen Schneckenhaus. Damit weckte Gott Lebensfreude in mir. 

Es gibt in mir eine große Solidarität mit Menschen, die auf der Suche sind nach der eigenen Identität. Ich kenne die Sehnsucht nach einem Partner, einer Partnerin, die heilsame/r Begleiter/in ist. Seelenfreund, Seelenfreundin. Als Single fühlte ich mich sehr unvollständig. Ich bin sehr dankbar für meine zweite Ehe, mit Gerrit. 

Als wir im letzten Sommer meine Einführung als Pastorin im Weiten Raum feierten, bat ich Annika, ein Grußwort von Zwischenraum einzubringen. Wir sind dort als Willkommensgemeinde gelistet. 

Das war in meinen Augen eine gute Chance: direkt bei der Gemeindegründung deutlich zu machen: Ja, willkommen! Hier bist du anerkannt, kannst mitgestalten. Deine gleichgeschlechtliche  Partnerschaft oder deine Sehnsucht danach wird gesehen und gewürdigt. Nicht unter den Teppich gekehrt. Nicht tot geschwiegen. Nicht hinterfragt. Sondern akzeptiert als ein wichtiger Aspekt deiner Persönlichkeit und deiner Biographie.

Bei unserem Gartengottesdienst im Mai haben wir den Film „jung, schwul, gläubig“ zum Thema gemacht und uns ausgetauscht. Über unsere eigene Geschichte mit dem Thema und über folgende Gedanken und Beobachtungen: 

  • Die betroffenen schwulen Männer wirkten authentisch. Sie wirkten, als hätten sie schon viel hinter sich. Sie gingen wertschätzend mit sich und anderen um. Auch die Muslime und Juden in dem Film wirkten transparent und sympathisch. Sie wirkten befreit.
  • Normen und ein gemeinschaftliches Empfinden dafür, was „normal“ ist, kann Sicherheit geben und Stabilität. Es fördert Gewohnheiten und es hat bei technischen Normen auch große Vorteile. Für manche wirkt es aber auch bedrohlich. Und für andere ist Vielfalt normal. 
  • Die Abweichung von der Norm schafft die Möglichkeit zur Entwicklung. Sie braucht Mut, zu sich zu stehen. Es ist für viele ein Verlassen der Komfortzone. Es ist manchmal anstrengend und benötigt Toleranz. Es schenkt Erlaubnis. „Ich darf die sein, die ich bin.“ 
  • Wir äußerten den Wunsch, im Weiten Raum eine Ethik zu formulieren, die Menschen miteinander verbindet, anstatt trennt. Das Stichwort „versöhnte Verschiedenheit“ hat einige von uns inspiriert. Wir merken, Dialog wird hier wichtig. Wir erfahren Akzeptanz als Geschenk und können sie als Geschenk weitergeben. Wir möchten eine Gemeinschaft sein, die offen ist, nicht eng. Eine Ethik, die nicht normativ vorgibt, wie etwas zu sein hat, (du darfst… du darfst nicht…) sondern die beschreibt und reflektiert, wie Werte, Entscheidungen und Handeln miteinander zusammenhängen, kann helfen, sich in individuellen Entscheidungsmomenten an biblischen Werten wie „Liebe“, „Frieden“, „Freiheit“, „Vertrauen“ und „Gerechtigkeit“ zu orientieren. 

Der Gartengottesdienst im Mai zum Thema Homosexualität wurde von homo-, bi- und heterosexuellen Erwachsenen besucht. Die unterschiedlichen Perspektiven trugen zu einem sehr wertvollen Nachmittag bei und bereicherten die Gemeinschaft. Es waren auch ein Kind und zwei Babys dabei. Bei ihnen wird es noch eine Weile dauern, bis sie entdecken, wen sie einmal lieben möchten…

Perpektivwechsel in einer Wiese

Noch ist das alles nicht so einfach mit den Veranstaltungen. Daher machen wir euch für das kommende Wochenende ein flexibles Angebot, das Kathrin für uns vorbereitet hat. 
Wenn ihr mögt, verabredet euch doch als Ergänzung mit jemand anders aus dem Weiten Raum. Dann könnt ihr euch vorher und nachher nach Bedarf austauschen und teilen, was euch bewegt. 

Material: Decke oder Jacke, um sie auf die Wiese zu legen

Ort: Ockershäuser Schulgasse: Geh die Ockershäuser Schulgasse bis nach oben Richtung Heiligen Grund. Zwischen zwei Häusern geht eine unscheinbare Treppe zwischen zwei Hecken hoch. Es ist eher ein Trampelpfad.

Auf der linken Seite sind Schrebergärten. Auf der rechten Seite kommt nach kurzer Zeit eine Wiese mit Eseln. Wenn du Glück hast, kannst du auf der Wiese ein Eselfohlen sehen. Nach 5 min erreichst du eine große Wiese im Heiligen Grund mit vielen hohen Gräsern und viel Platz. 

Ich mag diese große Wiese sehr. Zwischen dem Gras kann man sich hinlegen und ist von niemandem zu sehen. In der Nähe von Bäumen kann man auch sehr geschützt sitzen oder liegen. Wenn man den Hügel ganz hinauf läuft, kann man auf Ockershausen hinunter sehen. Such dir einen Platz in der Wiese, an dem du dich wohl fühlst. Sieh dir die Wiese an. Was entdeckst du? Kannst du Tiere sehen? Welche Farben und Blumen sind erkennbar?Leg dich auf den Rücken (vielleicht auf einer Jacke oder Decke) auf die Wiese und schaue in den Himmel. Was verändert sich, wenn du in die Weite siehst? Wenn du möchtest, kannst du dich jetzt versuchen auf Gott einzulassen. Vielleicht kannst du ein kurzes Gebet sprechen oder einfach nur zuhören, ob dir etwas in den Kopf kommt.

Gartengottesdienst am Sonntag, den 17.5.2020 um 15:00 im Garten des Schwanhof, Schwanallee 29

Am kommenden Sonntag gibt es wieder eine „Corona-Zeit-Premiere“: Wir treffen uns im Garten des Schwanhofs, um mit ausreichend Abstand ins Gespräch zu kommen. Es wird eine Art Gartengottesdienst werden. Bitte melde dich per Mail bei uns an, wenn du dabei sein willst.
Als Vorbereitung für Sonntag empfehlen wir dir dieses Video. Du findest es in der ARD Mediathek. 
https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/echtes-leben/videos/jung-schwul-glaeubig-video-100.html

Timo Platte, Autor des Buches „Nicht mehr schweigen“ erzählt in diesem Film, wie es ihm ergangen ist, und aktuell geht: Er ist schwul und gläubig. Wir finden den Film und dieses Thema wichtig und wollen miteinander im Austausch sein, z.B. darüber, wie wir als Weiter Raum eine Ethik formulieren können, die Menschen miteinander verbindet, anstatt trennt. 

Hoffnungskarten

Es gibt Hoffnung – es werden wieder gute Nachrichten kommen!

Heute bekommt ihr vom Weiten Raum etwas geschenkt: 4 Hoffnungspostkarten. Am Besten auf festes Papier ausdrucken (wenn ihr doppelseitig bei Eurem Drucker eingestellt habt, dann bekommt ihr 4 Karten mit Postkartenrückseite).

Hoffnungsmenschen sind wir – verschickt sie so oft ihr könnt und wollt an andere! Schreibt einen Gruß darauf und los. Als Grafik könnt ihr sie auch per Threema, Telegram, WhatsApp oder dem Nachrichtendienst Eurer Wahl versenden. Die Auferstehung macht uns deutlich, dass keine Lage aussichtslos, kein Grab zu fest verschlossen ist.